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MI | 11.04.2012
Baby Michael (Bild: ORF)
Medizin
Erstes Polkörper-Baby in Tirol geboren
Ein Innsbrucker Arzt hat eine Methode weiterentwickelt, bei der Eizellen vor der künstlichen Befruchtung genetisch untersucht werden können. Jetzt ist in Tirol das erste Baby nach dieser Polkörperdiagnostik geboren worden.
Befruchtung (Bild: ORF) Erbkrankheiten können entdeckt werden
Vor zweieinhalb Wochen ist Michael zur Welt gekommen, das erste Baby in Tirol, bei dem diese Untersuchungsmethode erfolgreich angewandt wurde.

Für die sogenannte Polkörperdiagnostik sind keine Zellen des Embryos notwendig, deshalb ist diese Methode gesetzlich erlaubt. Verwendet werden nur Überbleibsel der Eizellreifung, die Polkörper. Sie liefern Informationen über das mütterliche Erbgut.

So können Chromosomenstörungen oder Erbkrankheiten noch vor der Entstehung des Embryos erkannt werden. Das erhöht nicht nur die Chance auf ein gesundes Kind, sondern bedeutet auch weniger Fehlgeburten erklärt Dr. Josef Zech:
"Ursache liegt oft an der Eizelle"
Dr. Zech (Bild: ORF)"Es gibt eine Gruppe von Patientinnen, die immer wieder ihr Baby verliert. Auch diese Gruppe profitiert von dieser Methode, weil in sehr vielen Fällen die Ursache an der Eizelle liegt. Diese Frauen haben vermehrt Chromosomenschädigungen. Mit dieser Methode können wir die Eizelle heraussuchen, die gesund ist und diese Eizelle dann außerhalb befruchten und den Embryo zurück in die Gebärmutter geben."
Der kleine Michael, Tirols erstes Polkörper-Baby, ist zwar erst zweieinhalb Wochen alt. In der Ordination von Dr. Zech ist die neue Methode inzwischen aber schon Standard:
"Bald Routinemethode"
"Wir machen diese Methode tagtäglich mit entsprechend hohem Erfolg. Wir glauben, dass es innerhalb kürzester Zeit die Routinemethode sein wird. Natürlich nur in ausgesuchten Fällen: Frauen über 35, Frauen, die mehrere Fehlgeburten oder Versuche mit künstlicher Befruchtung hinter sich haben."
Labor (Bild: ORF) Fast alle betroffenen Paare in seiner Praxis entscheiden sich für die neue Untersuchungsmethode, sagt Dr. Zech, auch wenn sie mit Zusatzkosten von bis zu 1.500 Euro verbunden ist.
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