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MI | 11.04.2012
Ausgrabung in Birgitz (Bild: ORF)
AUSGRABUNGEN
2.000 Jahre alter Hof der Räter freigelegt
In Birgitz haben Archäologen der Universität Innsbruck in den vergangenen Tagen einen mehr als 2.000 Jahre alten Hof freigelegt. Das Gebäude ist Teil der größten bisher bekannten rätischen Siedlung in Tirol.
Räter besiedelten Alpenraum ab dem 6. Jahrhundert.
Siedlung an Geländekante zum Inntal
Die Räter waren eigentlich die Ureinwohner Tirols. Ab dem 6. Jahrhundert vor Christus haben sie den Alpenraum zwischen dem Unterengadin, dem Virgental und dem Gardasee besiedelt. Auf der sogenannten Hohen Birga in Birgitz, einem Hügel an der Geländekante zum Inntal, haben die Räter eine schmucke Siedlung aufgebaut.
Siedlungshügel in Birgitz (Bild: ORF)
Ausgrabung in Birgitz (Bild: ORF) Mauern wurden ohne Mörtel errichtet
Mehr als 2.000 Jahre später ist diese Siedlung die größte bisher bekannte Heimstätte der Räter in Tirol. Die Mauern, die in Trockenbauweise, also ohne Mörtel, aufgestellt wurden, sind erstaunlich gut erhalten, sagt Grabungsleiter Florian Müller vom Institut für Archäologie der Universität Innsbruck.
Ausgrabung in Birgitz (Bild: ORF)
Mauern bis zu zwei Meter hoch erhalten
Das Gebäude besteht aus einem in massiver Trockenbauweise errichteten massiven Gang, der in einen Innenraum mündet. In diesem Gangbereich sind die Mauern fast noch zwei Meter hoch erhalten.

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Bis zu 80 Menschen wohnten auf dem Hügel
Dieser Siedlungshügel nördlich von Birgitz war in der Eisenzeit ziemlich dicht bebaut. Rund ein Dutzend Gebäude ist auf diesem Hügel zu vermuten. In diesen Häusern werden rund 50 bis 80 Menschen gewohnt haben, glaubt Grabungsleiter Florian Müller vom Institut für Archäologie der Universität Innsbruck.

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Römer brannten Siedlung der Räter nieder.
Erste Funde vor 70 Jahren
Der stolze Hof der Räter fiel ungefähr zur Zeit Christi den Römern zum Opfer, die die Alpen eroberten und die Rätersiedlung niederbrannten. In den 30er-Jahren des vorigen Jahrhunderts wurden Archäologen auf der Hohen Birga erstmals fündig. Aus dieser Zeit stammen bereits zahlreiche Funde, die inzwischen restauriert worden sind.
Funde und Siedlung werden zugänglich
Fundgegenstände in Birgitz (Bild: ORF)Man habe neben Keramik und Werkzeugen auch Schmuckgegenstände geborgen. Diese Gegenstände sind heute alle im Gemeindeamt in Birgitz. Man wolle nun den Hügel wieder dem Publikum zugänglich machen und auch ein kleines Museum einzurichten, so Müller.
Museum soll Geschichte der Räter erzählen
Vorerst werden die Mauern im Wald gegen weitere Zerstörung gesichert. Mit etwas Glück und Geld soll nächstes Jahr ein Rätermuseum in Birgitz über dieses Stück Tiroler Geschichte erzählen.
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