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MI | 11.04.2012
Hubschrauber von Knaus in Sölden (Bild: APA)
HUBSCHRAUBER
Land entzieht Knaus Fluggenehmigung
Das Land Tirol entzieht dem Salzburger Flugunternehmen Heli Austria von Roy Knaus die Genehmigung für Außenlandungen und Außenabflüge auf Tiroler Gebiet. Diese Entscheidung gilt mit sofortiger Wirkung.
Holz-Last fiel auf Jausenstation
Auslöser für die Entscheidung war ein spektakulärer Zwischenfall bei einem Transportflug. Das Unglück geschah Anfang Mai in der Gemeinde Ötz. Ein Hubschrauber der Firma Knaus verlor eine 850 Kilogramm schwere Holz-Last, diese donnerte in das Dach einer Jausenstation. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Unfallursache soll ein zu dünnes Stahlseil gewesen sein.
Mit sofortiger Wirkung
Das Bezirksgericht Silz hat ein Verfahren wegen Gefährdung der körperlichen Sicherheit eingeleitet. Das Land Tirol hat die Umstände des Unfalls geprüft und am Donnerstag entschieden, dem Unternehmen die Lande- und Abfluggenehmigung in Tirol - sie war für ein Jahr befristet vergeben - mit sofortiger Wirkung zu entziehen.
Roy Knaus (Bild: ORF) Knaus: Entscheidung unverhältnismäßig
Kein Verständnis für den Entzug der Außenlandegenehmigung hat Firmeneigentümer von Heli Austria, Roy Knaus. Er sehe keine rechtliche Grundlage für die Entscheidung des Landes. Man habe eine Stellungnahme zu dem Vorfall abgegeben. Noch am selben Tag, an dem diese an das Land übermittelt worden sei, sei allerdings auch schon der Bescheid mit dem Entzug der Bewilligung losgeschickt worden, sagte Knaus. Er ortet eine "vorgefasste Meinung" bei den Zuständigen.

Außerdem sei die Entscheidung "unverhältnismäßig". Immerhin sei nicht das Seil, das die 850 Kilo schwere Last trug gerissen, sondern ein Verbindungsstück. Der Fehler liege damit nicht beim Piloten. Ihm sei bewusst, dass durch das Unglück von Sölden mit einem anderen Auge auf sein Unternehmen geschaut werde. Knaus will den Bescheid des Landes bekämpfen.
Rettungseinsätze weiterhin möglich
Rettungseinsätze sind vom Verlust der Außenlandegenehmigung nicht betroffen, Lastenflüge wird Knaus in Zukunft aber nur mehr erschwert durchführen können. Für Knaus arbeiten in Tirol derzeit rund 30 Mitarbeiter.
Kritik von Tiroler WK
Kritik am Entzug der Landegenehmigung kommt von Wirtschaftskammer-Präsident Jürgen Bodenseer: Er halte nichts von "überschießender Bürokratie und einer derartigen Reaktion". Er wünsche sich "hier mehr Mut, mehr Fingerspitzengefühl und Hausverstand seitens der Tiroler Politik", teilte Bodenseer in einer Aussendung mit.
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