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MI | 11.04.2012
Radio-Boxen (Bild: ORF)
GERICHT
"Schwein-Sager": Freispruch für Wilhelm
Am Landesgericht Innsbruck ist Freitagmittag der Publizist Markus Wilhelm freigesprochen worden. Wilhelm war wegen Ehrenbeleidigung angeklagt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Es geht um den bekannten "Schwein-Sager".
Journalistische Sorgfaltspflicht nicht verletzt
Bei der Verhandlung ging es darum, ob Markus Wilhelm die journalistische Sorgfaltspflicht verletzt hat oder nicht. Es ging nicht um die Frage, ob der ehemalige Landeshauptmann Herwig van Staa den ehemaligen deutschen Außenminister Joschka Fischer in einer Rede vor deutschen Alpenvereinsmitgliedern ein "Schwein" genannt hat oder in seiner Rede das Wort "Schweigen" verwendet hat.

Der Richter kommt zum Urteil, dass Markus Wilhelm die journalistische Sorgfaltspflicht so gut wie möglich wahrgenommen hat. Zugleich bezeichnet der Richter die Aktion Wilhelms als "strafrechtlich extrem grenzwertig".
Lebensgefährtin fertigteTonbandmitschnitt an
Wilhelm selbst war bei der Rede vor DAV-Mitgliedern nicht anwesend. Seine Lebensgefährtin hat die Rede van Staas mitgeschnitten. Wilhelm hat die Geschichte auf seiner Homepage veröffentlicht. Mit einer Überschrift, die auch ausschlaggebend für den Freispruch war. Wilhelm stellte die Frage "Hat Herwig van Staa Joschka Fischer als Schwein bezeichnet?" Er überließ damit dem Leser, sich selbt ein Bild zu machen, so der Richter in seiner Urteilsbegründung.
Markus Wilhelm (Bild: ORF) Sprachwissenschaftliches Gutachten eingeholt
Der Angeklagte Markus Wilhelm hat dem Gericht am Freitag ein sprachwissenschaftliches Gutachten der Universität Klagenfurt vorgelegt. Ein Sprachwissenschafter hat den Tonbandmittschnitt der van Staa-Rede untersucht. Und er kommt zum Schluss, so Wilhelm auf seiner Homepage, dass van Staa den damaligen deutschen Außenminister Joschka Fischer ein Schwein genannt habe.

Van Staa behauptet hingegen, er habe das Wort "Schweigen" in seiner Rede vor den deutschen Alpenvereinsmitgliedern gebraucht.
Formfehler
Urteil von 2008 wurde wieder aufgehoben
Wilhelm war bereits 2008 wegen Ehrenbeleidigung verurteilt worden. Dieses Urteil wurde aber wegen eines Formfehlers wieder aufgehoben.
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