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MI | 11.04.2012
Hauser, Gatt, Haager (Bild: ORF)
POLITIK
Fünf Tiroler aus FPÖ ausgeschlossen
Die FPÖ hat den LAbg. Walter Gatt, den Innsbrucker Gemeinderat Christian Haager, David Nagiller, RFJ-Landesobmann Patrick Haslwanter und Paul Pilgermair aus der Partei ausgeschlossen. Laut Bundes-FPÖ bestand Gefahr in Verzug.
Hauser spricht von Putschversuch
FPÖ-Landesobmann Gerald Hauser spricht von einem Putschversuch. Gatt und der Innsbrucker Gemeinderat Haager hätten versucht, ihn abzumontieren, während er im AKH Wien seine schwere Krankheit auskuriere. Haager und Gatt sind bzw. waren Hausers Stellvertreter.

Mit in der angeblichen Verschwörergruppe seien der Obmann und der Obmannstellvertreter des Rings der Freiheitlichen Jugend (RFJ) Tirol, Haslwanter und Pilgermair. Beide müssen ebenso den Hut nehmen wie der Tiroler Parlamentsmitarbeiter Nagiller.
Gerald Hauser (Bild: ORF) Hauser zeigt sich menschlich enttäucht
"Während meiner Behandlung in Wien ist versucht worden, den Innsbrucker Stadtparteiobmann Richard Heis statutenwidrig abzusetzen und einen Stadtparteitag zu erzwingen", so Hauser in einer Aussendung am Freitag.

Dieser Versuch sei gescheitert, mittlerweile habe das Landesparteigericht die diesbezüglichen Beschlüsse bereits aufgehoben. Weiters sei, ohne mit ihm darüber zu reden, der Versuch gestartet worden, einen außerordentlichen Landesparteitag zu erreichen. "Von den 'Parteifreunden', die das initiiert haben, bin ich menschlich enttäuscht", teilte Hauser mit.
Walter Gatt (Bild: FPÖ) Gatt äußert Unverständnis
Für Gatt war sein tags zuvor von FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache per E-Mail mitgeteilter Parteiausschluss am Freitag nicht nachvollziehbar. "Ich habe mir nichts zuschulden kommen lassen", sagte Gatt der APA. Er werde jedenfalls das Gespräch mit Hauser suchen, zudem werde er gegen den Ausschluss beim Bundesparteigericht vorgehen.

Im Vorfeld habe niemand ihm gegenüber diesbezüglich auch nur "ein Wort" verloren, sagte Gatt. Seit der letzten Parteivorstandssitzung habe er überhaupt nur einmal Kontakt mit Hauser gehabt. "Wenn es Probleme gibt, dann kann man diese auch zuerst intern besprechen, ehe man einen derartigen Schritt vollzieht", kritisierte der Landtagsabgeordnete. Er hofft, dass diese Entscheidung rückgängig gemacht werden könne.
Christian Haager (Bild: APA/Robert Parigger) Haager: Völlig ungerechtfertigt
Auch Haager reagierte am Freitag auf seinen Parteiausschluss mit Unverständnis. "Ich werde diese völlig ungerechtfertigte Aktion nicht akzeptieren und bekämpfen", kündigte Haager gegenüber der APA an. Es müsse "ja noch erlaubt sein, parteiintern Kritik zu äußern".

Außerdem seien er und der ebenfalls ausgeschlossene Gatt die "ganze Zeit über" hinter Hauser gestanden. Während der krankheitsbedingten Absenz des Landparteiobmannes habe man einen Landesparteitag abgewickelt und dabei stets "Geschlossenheit" demonstriert.

"Die Unterstellung, dass wir ihm in den Rücken gefallen sind, ist infam", kritisierte der Innsbrucker. Aus seiner Sicht habe er statutengemäß nichts Verbotenes gemacht.
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