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MI | 11.04.2012
Symbolfoto Sparbuch (Bild: ORF/rubra)
Politik
Kaunertal: Rund 50.000 landeten auf Sparbuch
Das Rätsel rund um ein ominöses Sparbuch im Kaunertal löst sich Schritt für Schritt. Wie am Mittwoch bekannt wurde, sind auf das Sparbuch seit dem Jahr 2004 mehr als 50.000 Euro einbezahlt worden - der Löwenanteil von der TIWAG.
Überprüfungsausschuss wurde tätig
Der gemeindeeigene Überprüfungsausschuss hat, wie berichtet, das Sparbuch, von dem in der Gemeinde offenbar nur der Bürgermeister Pepi Raich wusste, genau unter die Lupe genommen. Der aktuelle Stand am Sparbuch betrage, wie es heißt, 2.569 Euro.

Was bisher noch nicht bekannt war, ist die Tatsache, dass auf dem Sparbuch seit 2004 etwas mehr als 50.000 Euro an Sponsorgeldern eingegangen sind. Der Löwenanteil davon - nämlich rund 40.000 - stamme von der TIWAG, hieß es am Mittwoch im Kaunertal aus gut informierten Quellen.
Bruno Wallnöfer (Bild: ORF)
TIWAG-Chef
Bruno Wallnöfer
TIWAG bestätigt und verweist auf Transparenz
Keinen Hehl aus den kolportierten Summen macht der Vorstandsvorsitzende Bruno Wallnöfer gegenüber tirol.ORF.at: "Rund 40.000 Euro an Sponsorgeldern sind eine realistische Zahl."

Die Betonung legte Wallnöfer allerdings auf das Wort Sponsorgelder. In Regionen, in denen bereits TIWAG-Kraftwerke laufen, vor allem aber auch dort, wo solche geplant sind, habe die TIWAG seit jeher verstärkt seinen Fokus in Puncto Sponsoring gelegt und werde dies auch weiterhin so handhaben, ließ Wallnöfer wissen. Das gelte für Silz, das Kühtai und Osttirol genauso wie für das Kaunertal.
"Rechnungshof wird keine Lücken finden!"
Die Vergabe von Sponsorgeldern innerhalb der TIWAG laufe, so Wallnöfer, nach genauen Kriterien ab und werde genauestens dokumentiert. Die einzelnen Sponsoranträge kommen entweder von Vereinen selbst, Tourismusverbänden oder auch - wie etwa im Fall Kaunertal - vom jeweiligen Bürgermeister.

Bis zu einer Höhe von 7.000 Euro kann Wallnöfer selbst entscheiden, liegt der Sponsorbetrag höher, brauche es einen Vorstandsbeschluss. Tatsache sei aber, dass es sich bei den jeweiligen Sponsortätigkeiten in den Projektregionen, wie sie die TIWAG nennt, ausschließlich um Sport- und Kulturveranstaltungen handle.

Den Vorwurf, man habe mit den Geldern einen Wahlkampf finanziert, bezeichnet Wallnöfer als absurd. Innerhalb der TIWAG sei jeder einzelne Sponsor-Euro dokumentiert. Deshalb sehe er einer Prüfung durch den Landesrechnungshof gelassen entgegen.
Bürgermeister hat Erklärungsbedarf
Was der Überprüfungsausschuss zudem aufklären konnte, ist die Tatsache, dass die Gelder am Sparbuch ausschließlich für Sport- und Kulturveranstaltung verwendet worden sind. Angesichts der jetzt bekanntgewordenen Summe auf diesem "geheimen" Sparbuch des Bürgermeisters, wird dieser sich aber im kommenden Gemeinderat einige unangenehme Fragen gefallen lassen müssen. Denn es scheint ausser Streit, dass der Gemeinderat von dem Sparbuch hätte informiert werden müssen.

Stefan Lindner; tirol.ORF.at
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