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MI | 11.04.2012
Platzatal (Bild: ORF)
KRAFTWERK KAUNERTAL
Weder Ja noch Nein zu neuem Kraftwerksplan
Die TIWAG bringt mit dem Platztal in Pfunds, wie berichtet, eine weitere Variante für den Ausbau des Kaunertal-Kraftwerks ins Spiel. Vor Ort reagiert man am Samstag zurückhaltend. Die Betroffenen müssen eingebunden werden, heißt es.
Bruno Wallnöfer (Bild: ORF) Größere Fallhöhe, bessere Geologie
Die TIWAG spricht von geologischen und bautechnischen Schwierigkeiten bei den zwei bisher angedachten Standorten für einen Speichersee, deshalb habe man eine weitere Möglichkeit für den Ausbau des Kraftwerks Kaunertal gesucht.

Der Standort des Speichers im Platztal liege laut TIWAG westlich des Gepatschspeichers auf 2.200 Metern Seehöhe. Das ergebe eine größere Fallhöhe als bei den zuvor geplanten Varianten Taschach oder Fernergrieß. Der Speicher würde 42 Millionen Kubikmeter Wasser fassen. Ein 120 Meter hoher Stein-Schüttdamm sei laut TIWAG als Staumauer geplant.
Helmut Kofler Bgm Tösens (Bild: ORF)
Bgm. Helmut Kofler, Tösens
Bürgermeister warten auf weitere Details
Sowohl in Pfunds als auch in Tösens reagieren die Bürgermeister zurückhaltend. Man warte jetzt auf detaillierte Pläne und werde dann die entsprechenden Gremien und Betroffenen informieren. Zum aktuellen Zeitpunkt wolle man sich jedenfalls nicht festlegen, lassen beide unisono wissen. Das helfe niemanden, betont der Bürgermeister von Pfunds, Gerhard Witting, gegenüber ORF Tirol (siehe Video unten).

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Flächen gehören den Bundesforsten
Bauern haben Weiderecht
Die benötigten Flächen gehören den Bundesforsten, Bauern aus Tösens haben dort aber Weiderechte. Der Obmann der betroffenen Agrargemeinschaft Platzlm, Johann Thöni, ist am Samstagvormittag von den TIWAG-Plänen informiert worden.

In einer ersten Stellungnahme meinte er, man habe mit dem Standort nicht prinzipiell ein Problem. Für eine Entscheidung müssen die Bauern aber die genauen Pläne prüfen - um zu sehen, welche Weideflächen betroffen sein könnten.
Bergwerk Platzatal (Bild: ORF) Historischer Bergbau liegt weiter oben
Das bestehende Almgebäude und ein Großteil der Weideflächen würden vom Speicher nicht berührt, heißt es von Seiten der TIWAG. Auch das aufgelassene Bergwerk Platztal, das als einziges im Bezirk Landeck größere Bedeutung erlangte, liegt oberhalb des Stauziels.

Das Bergwerk im Platztal diente der Gewinnung von Blei-, Zink-, und Kupfererzen und war bis 1919 in Betrieb. Weitere Versuche, den Bergbaubetrieb wieder in Gang zu bringen, scheiterten in Folge. Der Obmann des Bergwerkvereins, Christian Sturm, kennt die Pläne der TIWAG noch nicht. Er wünscht sich, dass die Bevölkerung in den Entscheidungsprozess mit eingebunden wird.

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Wallnöfer setzt auf Information und Dialog
Die TIWAG kündigte an, mit den betroffenen Gemeinden und der Bevölkerung in Diskussion zu treten, so Bruno Wallnöfer gegenüber ORF Tirol: "Ich bin überzeug, dass dieses Projekt eine gute Alternative darstellt. Wir befinden uns allerdings erst am Anfang des Diskussionsprozesses."

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Zusammenhang mit Sparbuchaffäre lächerlich
Dass die TIWAG gerade jetzt einen neuen Plan für die Ausbaustufe des Kraftwerks Kaunertal vorlegt, habe nichts mit den jüngsten Vorfällen im Kaunertal rund um ein ominöses Sparbuch zu tun, betont Bruno Wallnöfer auf Nachfrage: "Wir arbeiten seit rund einem Jahr an dieser Variante. Jetzt ist sie reif, deshalb haben wir zuerst die Bürgermeister und dann die Öffentlichkeit informiert."

Ähnlich sieht das übrigens auch der Bürgermeister von Pfunds, Gerhard Witting.

Stefan Lindner; tirol.ORF.at
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