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MI | 11.04.2012
Frau Kartalkanat mit ihrer behinderten Tochter Belinda (Bild: ORF)
SOZIALES
Keine Ferienbetreuung für behinderte Kinder
Alleinerziehende berufstätige Mütter von behinderten Kindern haben es schwer in Tirol. Seit März suchen Mütter von Behinderten vergeblich nach einer Ferienbetreuung. Das Land sei um Betreuungsmöglichkeiten bemüht.
Mütter in Tirol sind verzweifelt
Pelin Kartalkanat und Susanne Erhart aus Hall sind mit den Nerven am Ende. Die jungen Frauen haben beide behinderte Kinder. Belinda ist zwölf Jahre alt und von Geburt an schwer geistig behindert. Das Mädchen muss rund um die Uhr betreut werden. Der 13-jährige Fabian hatte gleich nach der Geburt eine Gehirnblutung. Seitdem ist er schwer entwicklungsgestört und braucht besondere Betreuung.
15 Wochen Ferien - wer betreut die Kinder?
Beide Kinder haben jetzt Sommerferien. Die verzweifelten Mütter wissen nicht wohin mit ihren Kindern in den erien. Die alleinerziehenden Frauen müssen arbeiten und Betreuungsplätze für den Zeitraum der ganzen Ferien gibt es nicht. Zwar bieten Caritas, Kinderfreunde und Lebenshilfe kurzfristige Betreuungsmöglichkeiten an, doch damit ist alleinerziehenden berufstätigen Müttern nicht geholfen.
Frau Kartalkanat mit ihrer behinderten Tochter Belinda (Bild: ORF)
Die 13-jährige Belinda verbringt den Sommer zwangsläufig bei ihrer Mutter im Geschäft.
Susanne Erhart erzählt, man habe ihr bei der Scheidung gesagt, sie sei jung und solle arbeiten gehen. Jedoch stellt sich nun die Frage für die Frau, wie sie als Alleinerziehende mit zwei Kindern, von denen eines behindert ist, arbeiten gehen soll, wenn es nicht möglich ist, für die Dauer der 15-wöchigen Ferien eine Kinderbetreuung zu finden.
Betreuung im Elisabethinum nicht gefördert
Pelin Kartalkanat berichtet, sie habe sich hilfesuchend an das Land gewandt. Dort habe man sie an das Elisabethinum verwiesen, das im Sommer Betreuungsplätze für behinderte Kinder biete. Im Elisabethinum wiederum habe es geheißen, sie würden diesen Service gerne anbieten, die finanziellen Mittel seien aber nicht da, weil das Land die Sommerbetreuung von behinderten Kindern nicht fördere.
Land verhandelt seit eineinhalb Jahren
Von Seiten des Landes hieß es, man wisse um diese Probleme. Man sei seit eineinhalb Jahren in Gesprächen mit dem Elisabethinum. Außerdem hieß es in der Sozialabteilung des Landes Tirol, für besondere Härtefälle sei man um Betreuungsmöglichkeiten bemüht.
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