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MI | 11.04.2012
Alt-Landeshauptmann Alois Partl (Bild: ORF)
CHRONIK
Alois Partl wird Gedächtnisverlust bescheinigt
Nach dem Treppensturz in einer Innsbrucker Garage, und dem Vorwurf des Alt-Landeshauptmanns Alois Partl (ÖVP), stundenlang habe ihm niemand geholfen, attestiert jetzt der Vorstand der Innsbrucker Neurologie: "Partl leidet an Gedächtnisverlust."
Partls Schilderungen lösten damals große Betroffenheit im ganzen Land aus.
Stundenlang habe Partl niemand geholfen
Es war im März, als Alt-Landeshauptmann Alois Partl schwer verletzt im Treppenabgang einer Innsbrucker Tiefgarage gefunden wurde. Partl war bewusstlos. Er wurde in die Innsbrucker Klinik gebracht. In Interviews sagte der 81-Jährige, er sei sechs Stunden lang in einer Blutlacke in diesem Treppenaufgang gelegen, und niemand habe ihm geholfen. Eine Welle der Empörung über die angebliche unterlassene Hilfeleistung vieler Passanten ging durchs Land.
Erste Zweifel an Unfallversion gab es schnell
Erste Zweifel an Partls Version gab es, nachdem der Ötztaler Publizist Markus Wilhelm in Erfahrung bringen konnte, dass Partl nur 15 Minuten lang im Stiegenaufgang gelegen haben kann, dass Partl außerdem länger, als er angab, an einer Feier im Landhaus teilgenommen hatte, und dass vermutlich auch Alkohol im Spiel gewesen sein dürfte.
Der Gedächtnisverlust zum Unfallhergang werde andauern, sagt der Neurologe.
Ärztliches Attest soll Partl entlasten
Jetzt liefert ein ärztliches Attest eine mögliche Erklärung für Partls Behauptungen. Der Vorstand der Innsbrucker Neurologie, Werner Poewe, untersuchte Partl, und Poewe kommt zu dem Schluss: Partl leide unter antero-und retrograder Amnesie. Er habe keine Erinnerung an den Unfallhergang, ebensowenig über die Dauer der initialen Bewusstlosigkeit, so Poewe. Darüber hinaus bestehe diese Gedächtnislücke unverändert fort, sagt der Neurologe.
Inge Partl gibt dem ORF Tirol im Gegensatz zu ihrem Mann ein Interview.
Attest hat Partl selbst in Auftrag gegeben
Alois Partl unterzog sich freiwillig der Untersuchung. Mit dem Attest will er Vorwürfe entkräften, wonach er bei der Schilderung des Unfallherganges bewusst die Unwahrheit gesagt haben soll. Das sagt seine Frau Inge Partl in einem Interview mit ORF-Tirol-Redakteurin Margit Schuschou:

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"Mein Mann hat nie jemanden beschuldigt"
Inge Partl sagt, ihr Mann habe nie eine andere Unfallversion erzählt als die, mit der er damals an die Öffentlichkeit ging. Er habe nie jemanden beschuldigt. Er habe alle an seiner Geschichte teilhaben lassen wollen, um darauf aufmerksam zu machen, dass man nicht achtlos miteinander umgehen soll. Er habe außerdem um die Untersuchung gebeten, weil es Angriffe gegeben habe und er sich wehren wollte", sagt Inge Partl.
Erste Reaktion der Tiroler Grünen
"Die Vorgehensweise des Alt-Landeshauptmannes ist blamabel", sagt der Klubobmann der Grünen, Georg Willi. "Das ist die klassische Flucht nach vorne, weil die Erhebungen des Landeskriminalamtes Partls Version der Geschichte offensichtlich als falsch entlarven. Schon bei seiner Schilderung des Unfallhergangs im Juli war sehr vielen Tirolern klar, dass Partls Darstellung nicht stimmen kann."
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