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MI | 11.04.2012
Wasserkraft (Bild: Fotolia/mirkofoto)
WASSERKRAFT
Ausbau des Kaunertalkraftwerkes präsentiert
Die betroffenen Gemeinden haben am Freitag zum geplanten Ausbau Zustimmung signalisiert. Der zweite Oberstufenspeicher soll im Platzertal westlich des Gepatschspeichers gebaut werden. Die Bürgerinitiative "Lebenswertes Kaunertal" lehnt das Projekt ab.
Platzertal sei bestgeeignete Lösung
Der Oberstufenspeicher im Platzertal ist geologisch und bautechnisch die bestgeeignete Lösung, zeigt sich TIWAG-Vorstandsvorsitzender Bruno Wallnöfer am Freitag überzeugt. Diesen Standort wolle man in etwa einem Jahr auch bei der Behörde einreichen. Damit sind die beiden bisher angedachten Standorte im Bereich Taschach im hinteren Pitztal und Fernergrieß im hinteren Kaunertal vom Tisch.
Grafik (Bild: APA)
Der geplante Ausbau im Überblick
Bruno Wallnöfer (Bild: ORF)
TIWAG-Chef Bruno Wallnöfer.
Nähe zu Kaunertal und Speicher Gepatsch
Der Speicher im Platzertal sei zwar kleiner aber besser geeignet, so Bruno Wallnöfer: "Der Standort Platzertal ist durch seine Nähe zum Kaunertal und zum Speicher Gepatsch günstig. Er weist eine große Fallhöhe auf hinunter in das Kaunertal, was energiewirtschaftlich vorteilhaft ist und eine kleinere Konfiguration des Speichervolumens ermöglicht."
Gerhard Witting (Bild: Witting)
Der Pfundser Bürgermeister Gerhard Witting. Auch Tösens, Prutz und Kaunertal werden mit der TIWAG verhandeln.
Bürgermeister sind verhandlungsbereit
Die Bürgermeister der Gemeinden Pfunds, Tösens, Kaunertal und Prutz signalisieren am Freitag Gesprächsbereitschaft. In der Gemeinde Pfunds, in deren Gemeindegebiet das Platzertal liegt, ortet Bürgermeister Gerhard Witting keinen erheblichen Widerstand gegen das jetzt vorgelegte Projekt.

"Die Betroffenen in Pfunds, im Wesentlichen die Bauern, die Mitglieder der Agrargemeinschaft haben sich sehr intensiv mit den Fragen des Speicherbaus beschäftigt", sagt Bürgermeister Witting, "und sie sind der Meinung, dass gemeinsam mit den Vertretern der TIWAG vertretbare Lösungen gefunden werden können. Das heißt, dass etwa für die Almbewirtschaftung entsprechende Ersatzflächen gefunden werden müssen. Wir haben aber eine Zusage, dass man uns hilft".
Gemeinden wollen Stück vom Kuchen
Alle Bürgermeister betonen allerdings, dass sich die Wertschöpfung aus dem eine Milliarde teuren Ausbau des Kaunertaler Kraftwerkes auch in der Region finanziell niederschlagen sollte. Die TIWAG will jetzt mit allen Beteiligten weitere Gespräche führen.

Vorstandsvorsitzender Bruno Wallnöfer rechnet damit, dass die Pläne für den Ausbau mit dem jetzigen Speicherstandort Platzertal in etwa einem Jahr bei der UVP-Behörde des Landes eingereicht werden können. Der Ausbau selbst könnte dann frühestens im Jahr 2022 fertig sein, rechnet Wallnöfer.
"Aktionsbündnis Ötztal" bleibt bei Nein
Die im "Aktionsbündnis Ötztal" zusammengeschlossenen Kraftwerksgegner zeigten sich in einer Aussendung darüber erfreut, dass die TIWAG die bisher möglichen Speicherstandorte Sulztal, Rofental, Rifflsee, Taschachtal und Fernergrieß aufgrund massiven Widerstandes aufgegeben habe. Man wolle eine Wasserableitung aus dem Ötztal weiter nicht zulassen.
Bürgerinitiative lehnt Projekt ab
Ebenso wenig erfreut zeigte sich der Verein "Lebenswertes Kaunertal". Das Projekt wäre für das Kaunertal eine Katastrophe, heißt es in einer Aussendung. Sämtliche Transporte und Deponieen würden das Kaunertal belasten.
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