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MI | 11.04.2012
Fundort Skelette (Bild: ORF)
CHRONIK
Knochenfund von Pfons ist über 300 Jahre alt
Mehrere Skelettfunde im Wipptal beschäftigen derzeit die Archäologen und langsam lichtet sich das rätselhafte Dunkel. Es dürfte sich um Opfer des sogenannten Bayerischen Rummels 1703 handeln.
Alexander Zanesco (Bild: ORF) Ungewöhnlicher Bestattungsplatz
Wie berichtet waren bei Pfons menschliche Überreste gefunden worden. Nach ersten Untersuchungen vermuten die Wissenschaftler, dass die Knochen mehr als 300 Jahre alt sind: "Der Bestattungsplatz am Flussufer und nicht am Friedhof ist ungewöhnlich", sagt Archäologe Alexander Zanesco. "Auch die Art der Beilegung ist nicht regulär, denn die Toten liegen in verkehrter Richtung. Es ist kein Massengrab sondern es sind Grabgruben mit bis zu drei Toten."
Skelettfund im Wipptal (Bild: ORF) Bayerische Soldaten
Eine Überraschung sei, dass die Skelette weit älter sind als gestern noch vermutet worden war. "Es gibt Hinweise darauf, dass hier bayerische Soldaten im Anschluss an die Kämpfe im Jahr 1703 bestattet wurden. Dazu gibt es auch einen relativ konkreten Hinweis in der Matreier Lokalchronik", so Zanesco.

Die Archäologen wollen jetzt zunächst jene Gräber bergen, die von den Bauarbeiten betroffen sind und damit vor einer Zerstörung schützen. Ob die Grabungen ausgedehnt werden sollen, darüber müsse erst entschieden werden, sagt Zanesco.
Würdevolle Bestattung
Für die Gemeinde Pfons ist der Fund von großem geschichtlichem Interesse. Bürgermeister Argen Woertz will die sterblichen Überreste würdevoll bestatten lassen.

Wie lange die Bauarbeiten für das geplante Kraftwerk am Sillufer ruhen, ist derzeit noch unklar.
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