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MI | 11.04.2012
Günther Platter Ernst Strasser (Bild: Montage ORF/APA Georg Hochmuth)
POLITIK
Nach Kritik: Strassers ÖVP-Mitgliedschaft ruht
Dienstagvormittag artikulierte LH Günther Platter (ÖVP) öffentlich seinen Unmut über Ernst Strassers Lobbyisten-Affäre und forderte seinen Parteiausschluss. Am Nachmittag stellte Strasser selbst seine ÖVP-Mitgliedschaft ruhend.
Platter würde im Bundesparteivorstand Ausschluss unterstützen.
Platter zeigte sich verärgert und enttäuscht
Er schäme sich dafür, dass ein ÖVP-Politiker sich mit solchen unlauteren Dingen beschäftigt habe.
Er sei zudem auch verärgert und enttäuscht über die Machenschaften des früheren ÖVP-Delegationsleiters im EU-Parlament, die jetzt bekannt geworden seien, sagte der stellvertretende ÖVP-Parteiobmann Günther Platter.

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Eindeutige Distanz zu Strasser
In dem Fall, wo es Videoaufzeichnungen gegeben habe und es augenscheinlich sei, was sich alles zugetragen habe, sei es legitim, sich mit der Materie Parteiausschluss auseinanderzusetzen. Ein Ausschluss sei Sache des Bundesparteivorstandes und er würde ihn unterstützen, sagte Platter. Er distanziere sich jedenfalls eindeutig von Ernst Strasser.

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Eindeutige Abgrenzung gefordert
Auch für Strasser gelte in strafrechtlicher Sicht die Unschuldsvermutung, räumte Platter ein. Doch in der politischen Frage müsse seine Partei wegen des Bildes, das hier abgegeben werde, eine eindeutige Abgrenzung vornehmen. Das sei aber bereits durch Bundespartei-Obmann Pröll erfolgt.
Berater der TIWAG und Moser-Holding
In Tirol war Ernst Strasser nach seinem Rückzug aus der Bundespolitik als Berater bei der TIWAG und bei der Moser Holding tätig. Im März 2008 holte Vorstandsvorsitzender Hermann Petz den ehemaligen Innenminister ins Boot.

Strasser half der Moser Holding bei unternehmensstrategischen Entscheidungen, erklärte Pressesprecherin Lisa Berger.

Im Juni 2009, als Ernst Strasser für die ÖVP ins EU-Parlament gewählt worden ist, wurde das Arbeitsverhältnis aus Gründen der Unvereinbarkeit zwischen den beiden Funktionen gelöst, so die Sprecherin.
Zwischen Landesunternehmen und Strasser gibt es nach Angaben Platters kein vertragsähnliches Verhältnis.
Aktuell kein Vertrag mit Landesunternehmen
Nach dem Bekanntwerden der Lobbyisten-Affäre um Strasser habe Platter sofort bei den Landesunternehmen angerufen und sich erkundigt, ob diese mit Strasser Verträge hätten. Es gebe kein vertragsähnliches Verhältnis zwischen einem Tiroler Landesunternehmen und Strasser, erklärte Platter.

Über eine Innsbrucker PR-Agentur habe Strasser früher einmal in einer vertragsähnlichen Beziehung mit einem Landesunternehmen gestanden. Er werde sich dafür einsetzen, dass Strasser nicht wieder für ein Landesunternehmen seine Dienste zur Verfügung stelle, betonte Platter.
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