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MI | 11.04.2012
Dom zu St. Jakob (Bild: ORF)
RELIGION
Kirche verstärkt Schutz vor Missbrauch
Die Diözese Innsbruck will sich vermehrt um Opferschutz im Zusammenhang mit Missbrauch und Gewalt sowie um Missbrauchsprävention kümmern. Aus diesem Grund wird unter anderem die Ombudsstelle umgebaut.
Mag. Claudia Schwaizer (Bild: privat)
Claudia Schwaizer leitet ab April mit Christian Kalisnik die Ombudsstelle.
Neue Leiterin der Ombudsstelle
Claudia Schwaizer wird ab April gemeinsam mit Christian Kalisnik die Ombudsstelle der Kirche führen. Damit folgt die Diözese einer Empfehlung der Bischofskonferenz, wonach kein hauptberuflicher Mitarbeiter der Diözese- wie es der bisherige Leiter Hans Tauscher war - Leiter der Ombudsstelle sein soll.

Schwaizer hat eine Praxis für Psychotherapie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Sie ist außerdem unter anderem Mitarbeiterin im Verein Eule.

Kalisnik ist Psychotherapeut und Mitarbeiter im Kinderschutzzentrum Innsbruck.

Aufgabe der Ombudsstelle ist es, Anlaufstelle und Ansprechpartner für Personen zu sein, die Vorwürfe von Gewaltanwendung oder sexuellem Missbrauch durch Mitarbeiter von kirchlichen Einrichtungen erheben.
Liegt nach Gesprächen ein begründeter Verdacht vor, informiert die Ombudsstelle mit Einverständnis des Opfers die diözesane Kommission.
Dr. Hannes Wechner (Bild: privat)
Hannes Wechner wird Leiter der Stabsstelle für Kinder- und Jugendschutz.
Stelle für Kinder und Jugendschutz
Die Diözese errichtet auch eine Stabsstelle für "Kinder- und Jugendschutz". Diese wird neu geschaffen und dient der Prävention. Hannes Wechner wird diese leiten. Wechner ist theologischer Referent der Katholischen Jugend in der Diözese.

Die Hauptaufgabe der Stabsstelle besteht darin, einen ständigen Prozess der Sensibilisierung für die Themen Gewalt und sexuellen Missbrauch in Gang zu halten und entsprechende fördernde Maßnahmen umzusetzen.
Bürgler: "Haben aus Krise gelernt"
Generalvikar Jakob Bürgler will durch die Neuerungen zeigen, dass die Kirche die persönlichen Situationen ernst nehme. "Die aktuellen Schritte sind deutliche Zeichen, dass wir aus der unsäglichen Krise gelernt haben und mit Verantwortung für die Zukunft vorsorgen wollen."
268 Betroffene gemeldet
Die katholische Kirche war ab März des letzten Jahres mit zahlreichen Fällen von Gewalt und Missbrauch konfrontiert.

Die Vorfälle beziehen sich laut Kirche auf 149 Ereignisse vor dem Jahr 1970. 113 Fälle sollen sich vor 1993 sowie sechs nach 1993 ereignet haben.

76 Mal ging es darin um sexuellen Missbrauch, 158 Mal war Gewalt das Problem, 18 Fälle betrafen Missbrauch und Gewalt, 16 Fälle konnten nicht direkt zugeordnet werden.

Bisher äußerten 19 Personen den Wunsch nach Entschädigung. 81 Fälle wurden bereits an die unabhängige Opferschutzanwaltschaft weitergeleitet. Diese Zahlen hat die Kirche am Dienstag veröffentlicht.
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