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MI | 11.04.2012
Hubschrauberabsturz Achensee (Bild: APA/zeitungsfoto.at)
CHRONIK
Vier Tote bei Hubschrauberabsturz in See
Beim Absturz eines Polizeihubschraubers in den Achensee am Mittwochvormittag sind vermutlich vier Menschen ums Leben gekommen. Bisher wurde ein Leichnam geborgen, und zwar der eines 38 Jahre alten Flugbegleiters aus Tirol.
Grafik (Bild: APA) Absturzstelle rund 80 Meter tief
An Bord befanden sich neben dem 41-jährigen Piloten aus Tirol ein 53-jähriger einheimischer Grenzpolizist und ein 43 Jahre alter Polizist aus der Schweiz. Dieser habe sich auf Hospitation in Tirol befunden, hieß es. Der Achensee ist an der Absturzstelle rund 80 Meter tief.

Unfallstelle zwischen Gaisalm und Achenkirch
Was zu dem Unfall geführt hat, ist noch unklar. Der Kontakt zu dem Hubschrauber war wenige Minuten vor dem Absturz abgebrochen. Der Helikopter vom Typ Eurocopter 135 stürzte um etwa 10.00 Uhr am westlichen Ufer des Achensees zwischen Gaisalm und Achenkirch ab.

Wasserrettung, Feuerwehr und Hubschrauber
Der Absturz des Hubschraubers forderte zumindest ein Menschenleben. Unbestätigten Meldungen zufolge wurde gegen Mittag ein zweiter Mann aus dem Achensee geborgen. Nach den weiteren Vermissten, die vermutlich ebenfalls tot sind, wird noch gesucht. Im Einsatz sind Wasserrettung, Feuerwehr und Rettungshubschrauber.
Pressekonferenz Hubschrauberabsturz (Bild: ORF)
Ein 38-jähriger Flugbegleiter wurde rund 25 Minuten nach dem Unglück tot geborgen.
Überlebenschancen sind äußerst gering
Landespolizeikommandant Helmut Tomac sagte am Nachmittag bei einer der Pressekonferenz: "Wir wollen noch nicht von Todesopfern sprechen, aber die Überlebenschancen sind äußerst gering."

Ein 38-jähriger Flugbegleiter wurde rund 25 Minuten nach dem Unglück tot geborgen. Von den drei restlichen Besatzungsmitgliedern, zwei weitere Beamte aus Österreich sowie ein Beamter aus der Schweiz, fehlt zurzeit noch jede Spur.
Per polizeilichen Austausch in Tirol
Der Beamte aus der Schweiz befand sich im Rahmen eines internationalen polizeilichen Austausches in Tirol und wollte sich unter anderem über die Ausgleichsmaßnahmen - Polizeikontrollen anstelle der früheren Kontrollen an den Grenzübergängen - informieren.
Wrack ist schwierig zu orten.
Suche läuft auf Hochtouren
Die Suche läuft auf Hochtouren. Mit Sonar versucht man, das Wrack zu orten, das ist aber aufgrund der Wassertiefe sehr schwierig. Einsatzleiter Georg König: "Die Einsatztiefe mit 80 Meter ist problematisch. Eine Tauchtiefe bis zu 50 Meter ist möglich, ansonsten braucht man schwereres Gerät."

Am Achensee stellt man sich auf eine sehr lange Suchaktion ein, dementsprechend wird am Ufer eine mobile Einsatzzentrale aufgebaut.
Polizeihubschrauber (Bild: Muehlanger)
Relativ neuer Helikopter
Pilot galt als erfahren
Warum der Hubschrauber abstürzte, ist unklar. Laut Walter Senn, Leiter der Flugpolizei im Innenministerium, handelte es sich um einen relativ neuen Helikopter mit 1.300 Flugstunden. Der 41-jährige Pilot hatte bereits 2.500 Flugstunden absolviert und galt als erfahren.
43 Taucher im Einsatz
"Das Problem ist, dass der See relativ steil abfällt", erklärte Christian Bürger, der Einsatzleiter der Wasserrettung. Insgesamt 43 Taucher aus ganz Tirol sind im Einsatz, darunter auch Spezialisten, die bis in eine Tiefe von 100 Meter vordringen können.

Neben dem Sonargerät versucht man auch mit Unterwasserkameras das Wrack zu finden, aus Wels soll demnächst eine Spezialkamera eintreffen.
UMS-Gerät zeichnet Triebwerksparameter auf.
Klärung der Unfallursache schwierig
Aus den Zeugenaussagen und den möglichen Aufzeichnungen des UMS-Geräts an Bord des Helikopters kann möglicherweise die Unfallursache ermittelt werden, erklärte der Leiter der Flugpolizei Werner Senn: "Der Hubschrauber hat zwar keine Blackbox, aber es gibt ein sogenanntes UMS-Gerät, das verschiedene Triebwerksparameter aufzeichnet. Doch dafür muss es zuerst gefunden werden und es muss auch noch lesbar sein."
Maria Fekter in Nickelsdorf (Bild:ORF). Fekter drückt Angehörigen tiefes Beileid aus
Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) zeigte sich tief betroffen: "Ich möchte den Familien und Angehörigen mein tiefes Beileid aussprechen. Das gesamte Innenressort ist tief erschüttert und sehr betroffen", so die Innenministerin.

"Jetzt gilt es, die Angehörigen bestmöglich zu betreuen und ihnen größtmögliche Unterstützung zukommen zu lassen", so Fekter. Die Ministerin forderte auch eine rasche Klärung der Unfallursache.
Augenzeugen beobachteten Unfall
Um 10.10 Uhr meldeten Augenzeugen den Absturz der Polizei. Albert Haselwanter hatte den Absturz beobachtet. Der Hubschrauber sei im Sturzflug in den See gekracht. Tausende Teile des Hubschraubers sind am Westufer verteilt.

"Maschine ist sofort untergegangen"
"Der Hubschrauber kreiste zuerst herum", sagte Augenzeuge Georg Pittl gegenüber dem ORF Tirol. "Dann ist er tief über die Bäume hereingezogen. Ich habe gesehen, dass er ständig beim Sinken war. Wie ein Segelflieger ist er dann kurz auf der Wasseroberfläche aufgetippt und in den See gekracht. Die Maschine ist sofort untergegangen."
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