Tirol ORF.at
MI | 11.04.2012
Johannes Rauch (Bild: VP)
ANALYSE
Rauch ist neuer Generalsekretär der ÖVP
Johannes Rauch kehrt als Generalsekretär der ÖVP nach Wien zurück. Das wurde gegen 15 Uhr von der Partei bekannt gegeben. Die Tiroler Volkspartei muss jetzt einen Nachfolger für Rauch finden und sein Landtagsmandat nachbesetzen.
Der künftige Generalsekretär war über vier Jahre lang für die ÖVP in Wien tätig.
Rauch kennt die Partei und das Wiener Parkett
Der 39-jährige Kufsteiner Johannes Rauch wird parteiintern als entscheidungsfreudiger, scharfzüngiger Politiker mit Ecken und Kanten gesehen. Bei der Opposition gilt er als Hardliner. Gelernt hat er sein Handwerk als Pressesprecher der VP Tirol beim damaligen Parteichef Herwig van Staa. 2003 holte ihn - ebenfalls als Pressesprecher - Innenminister Ernst Strasser nach Wien. Diese Aufgabe hatte der ÖAABler bis 2006 auch unter Innenministerin Liese Prokop inne.

Kurz vor der Nationalratswahl 2006 übernahm der studierte Politikwissenschafter und CVer die Presseagenden der Bundespartei und kehrte nach dem Urnengang als stellvertretender Sektionschef ins Innenministerium zurück.

Im Oktober 2007 holte Herwig van Staa den Kufsteiner als Hauptgeschäftsführer nach Tirol zurück. Dass die Wahl 2008 mit schweren Verlusten der ÖVP endete, ist weniger Rauch zuzuschreiben, sondern der VP-internen Gegenkandidatur von Fritz Dinkhauser. Immerhin blieb die ÖVP so stark genug, die angepeilte Dreier-Kombination Dinkhauser-SPÖ-Grüne zu verhindern und mit den Sozialdemokraten erneut die Regierung zu bilden. Van Staa ging, Günther Platter kam und Rauch blieb.
Rauch wird härteres Gesicht der ÖVP zeigen
Wie schon in Tirol wird Rauch in Wien wohl für frischen Wind in der Parteizentrale sorgen, seine Kontakte zur Presse nutzen und sich wesentlich häufiger zu Wort melden als sein Vorgänger.

Als Generalsekretär hat Rauch die Möglichkeit, wenn nicht sogar die Pflicht, wesentlich schärfer gegenüber der Opposition oder auch gegenüber dem Regierungspartner aufzutreten als der Parteichef und Vizekanzler Spindelegger. Eine Rolle die Rauch auch in Tirol gespielt hat.
Josef Geisler (Bild: ÖVP)
Keine Eile hat man in Tirol mit der Nachfolge von Johannes Rauch, sagt Klubobmann Josef Geisler.
Tiroler VP auf der Suche nach Nachfolger
Ja, man sei einigermaßen überrascht gewesen, dass Hannes Rauch nun nach Wien gehen wird, räumt der Tiroler VP-Klubobmann Josef Geisler am Dienstag gegenüber tirol.ORF.at ein. Bei der Suche nach einem Nachfolger als Hauptgeschäftsführer der Tiroler ÖVP werde man nichts überstürzen. Letztlich sei die Organisation der Tiroler Volkspartei gut aufgestellt.

Es gäbe sicher eine Reihe von Persönlichkeiten, die für diesen Job in Frage kämen, sagt Geisler, man werde sich einzelne Persönlichkeiten ansehen.
Remler soll in den Landtag wechseln
Rauch ist nicht nur auf organisatorischer sondern auch auf politischer Ebene in der ÖVP verankert. Der Kufsteiner bleibt auch weiterhin Stadtparteiobmann in seiner Heimatgemeinde, sein Mandat im Landtag wird er zurück legen.

Seinen Sitz wird wohl die bisherige Familienstaatssekretärin Verena Remler einnehmen, wie VP-Parteiobmann Günther Platter bestätigt: "Verena Remler wird wieder nach Tirol übersiedeln und aller Voraussicht nach das frei werdende Landtagsmandat von Hannes Rauch übernehmen, da sie auf der Landesliste die Nächstgereihte ist."

Stefan Lindner; tirol.ORF.at
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