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MI | 11.04.2012
Aufgeschütteter Schneehaufen Hahntennjoch (Bild: privat)
CHRONIK
Grotesker Streit am Hahntennjoch eskaliert
Der Streit um die Sperre am Hahntennjoch nimmt skurrile Züge an. Um zu verhindern, dass auf der Straße jene Lenker fahren, die einen Schlüssel haben, ließ die Straßenmeisterei einen Schneehaufen anliefern. Die Lawinensperre wurde dafür ignoriert.
Lechtaler verärgert
Die Straße über das Hahntennjoch ist – sehr zum Ärger der Lechtaler Bevölkerung – noch gesperrt. Vom Lechtal ins Inntal müssen die Autofahrer rund 45 Minuten länger über den Fernpass fahren. Die Gemeinde Imst begründet die Wintersperre damit, dass Aufräumarbeiten wegen Lawinengefahr nicht durchgeführt werden können.

"Ein Witz", sagen die Lechtaler, die auf grüne Hänge verweisen. Zusätzlich für böses Blut sorgte, dass manche Lenker über einen Schlüssel für den Schranken verfügen und so trotz Wintersperre über das Joch fahren können.
Schneehaufen als "Sicherheitsmaßnahme"
Ein anonym gedrehter Film, der dem ORF zugespielt wurde, zeigt, dass dieser Schnee nicht von einer Lawine stammt, sondern von einem Bagger zusammengeschöpft und angehäuft wurde.
Aufgeschütteter Schneehaufen Hahntennjoch (Bild: privat)
Ein riesengroßer Schneehaufen als "Sicherheitsvorkehrung" auf der aperen Straße.
Zu dieser Maßnahme hat die Straßenmeisterei Imst-Nassereith gegriffen, bestätigt Straßenmeister Michael Strigl. "Das war eine reine Sicherheitsvorkehrung, da der Schranken von einem geländegängigen Wagen offensichtlich umfahren wurde. Wir haben deshalb einen Schneehaufen aufgeschüttet, damit ein Vorbeifahren nicht mehr möglich ist", so der Straßenmeister.

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Während die Straßenmeisterei die Sperre nicht einhalten muss, dürfen die Anrainer die Straße nicht befahren.
Sperre ignoriert, weil "morgens kaum Gefahr"
Strigl räumt ein, dass die bestehende Sperre wegen Lawinengefahr bei dieser Aktion ignoriert werden musste.

"Es stimmt, dass wir die zwei Rinnen, die von der Lawinenkommission als bedenklich eingestuft werden, in den frühen Morgenstunden passiert haben. Wegen Felsräumarbeiten auf der Imster Seite entschlossen wir uns, kurz durch die Sperre zu fahren", erklärte Strigl gegenüber ORF Radio Tirol. Am frühen Morgen sei die Lawinengefahr deutlich geringer als zu Mittag oder am Nachmittag.
Wintersperre weiter bis Mai
Die offizielle Sperre bleibt aufrecht. Und damit der Vorwurf vieler Lechtaler, die Behörden verzögere die Öffnung nur deshalb, um den Bewohnern der Imster Lehngasse möglichst lange den Motorradlärm zu ersparen.
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