Tirol ORF.at
MI | 11.04.2012
EU
Durnwalder: "Sensible Zone" Tirol/Südtirol
Der Südtiroler Landeshauptmann Luis Durnwalder will, dass Südtirol, das Trentino und das Bundesland Tirol von der EU als "sensible Zone" anerkannt werden.
Überzeugt, dass Brennerbasistunnel gebaut wird
Mautgestaltung
Dies sei wichtig für die Mautgestaltung auf der Brennerautobahn oder Umweltmaßnahmen im Hinblick auf die Feinstaubbelastung, sagte Durnwalder am Freitag bei einer Pressekonferenz in seinem Heimatort Pfalzen im Pustertal.
Umweltmaßnahmen
Bei Umweltmaßnahmen sei das Erfassen der gesamten Belastungen notwendig. Es sei zu einfach, nur den Verkehr zu verbieten oder Städte zu verkehrsfreien Zonen zu erklären. Auch der Hausbrand oder die Industrie würden zur Luftbelastung beitragen. Von Rom verlangte Durnwalder, Lkw der Kategorien "Euro 0" und "Euro 1" zu verbieten. Es komme nicht darauf an, was transportiert werde, sondern womit.
Europäisches Projekt
Bau des Brennerbasistunnels
Überzeugt zeigte sich Durnwalder vom Bau des Brennerbasistunnels. Dabei handle es sich um ein europäisches Projekt. Die Ernennung des früheren Kommissars Karel van Miert zum Koordinator für das Projekt zeige, dass der EU bei der Realisierung ernst sei.
Südtiroler keine Deutschen
"Eine österreichische Minderheit"
Für Landeshauptmann Luis Durnwalder (SVP) sind seine Landsleute "eine österreichische Minderheit, die in Italien lebt". Er reagierte damit auf eine Aussage des früheren Italienischen Staatspräsidenten Francesco Cossiga, der in einem Interview die Existenz einer österreichischen Nation verneint und die Südtiroler als "Deutsche" bezeichnet hatte.

Als österreichische Minderheit gehörten die Südtiroler der deutschen Sprachgruppe an, "auch wenn das Cossiga anders sieht", betonte Durnwalder bei seiner traditionellen "Sommer-Pressekonferenz" in seinem Heimatort Pfalzen im Pustertal.
Wichtigkeit der Südtirol-Autonomie
Der Landeshauptmann unterstrich die Wichtigkeit der Südtirol-Autonomie, für die sich viele Minderheiten aus verschiedenen Teilen Europas oder auch die Tibeter interessieren würden. Die Autonomie sei "nicht so schlecht, wie sie manche hinstellen". Trotz "verschiedener Ängste und Stürme" sei den Südtirolern bisher nichts weggenommen worden.
Dank der Unterstützung Österreichs
"Böses abgewendet"
Bei der jüngsten italienischen Verfassungsreform sei "Dank der Unterstützung Österreichs" gelungen, "Böses abzuwenden". Die Änderungen seien "akzeptabel". Ohne die Zustimmung der Mehrheit der zuständigen Regionen könnten Autonomieregelungen nicht einseitig von Rom verändert werden, betonte Durnwalder.
Durnwalder zeigt sich nicht amtsmüde
Luis Durnwalder (63) ist nicht amtsmüde. Sollte es keine "höhere Entscheidung" geben, werde er "die nächsten zwei bis drei Jahre" sicher im Amt bleiben. Die laufende Legislaturperiode endet spätestens im Jahr 2008.

"Ich bin weder krank noch müde", sagte Durnwalder, der im September seinen 64. Geburtstag feiert. Daher wolle er auch Landeshauptmann bleiben. Eine ärztliche Untersuchung habe ihm erst kürzlich attestiert, "für mein Alter" vollkommen gesund zu sein.

Sollte er merken, dass er für Partei oder die Bevölkerung zur Belastung werde, wolle er zurück treten. "Ich werde mich aber sicher nicht hinaus tragen lassen", meinte Durnwalder schmunzelnd, "sogar über mein Liebesleben sorgen sich die Leute in der Öffentlichkeit".

Durnwalder ist seit 1973 im Landtag und seit 1989 Landeshauptmann. Bei der letzten Landtagswahl im Jahr 2003 wurde er mit mehr als 110.000 Vorzugsstimmen gewählt, der größten Zustimmung, die ein Südtiroler Landeshauptmann seit 1945 erhalten hat.
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