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MI | 11.04.2012
Fred Mayer (Bild: ORF)
LEUTE
Doku-Film über "The Real Inglorious Bastards"
Für einen Dokumentarfilm hat das kanadische Fernsehen Station in Tirol gemacht. Beleuchtet wird die Geschichte jüdischer Anti-Nazi-Kämpfer, die am Ende des 2. Weltkriegs zur unblutigen Übernahme Innsbrucks durch die Amerikaner führte.
Der kanadische Dokumentarfilm erzählt die Geschichte der "The Real Inglorious Bastards" - die wahre Geschichte jüdischer Anti-Nazi-Kämpfer
"History Television" zu Dreharbeiten in Tirol
Angeführt von der Doku-Regisseurin Min Sook Lee war die kanadische Filmcrew von "History Television" diese Woche in Oberperfuß (Bezirk Innsbruck-Land) und besuchte mit dem amerikanischen Zeitzeugen Fred Mayer Originalschauplätze seines damaligen Einsatzes als Agent.

Der emigrierte deutsche Jude bildete im Jahr 1945 mit dem Holländer Hans Wynberg und dem Tiroler Franz Weber das Greenup-Team.
Filmcrew am Oberperfer Friedhof (Bild: ORF)
Filmcrew dreht am Oberperfer Friedhof
Agent war später Landtags-Vizepräsident
Der Oberperfer Franz Weber war nach seinem Einsatz für den Geheimdienst Landtags-Vizepräsident, er starb vor zehn Jahren.
Sie sollten die Nachschubwege der Deutschen über den Brenner auskundschaften.
Agententrio im Geheimeinsatz in Tirol
Die drei US-Agenten hatten 1945 den Auftrag, die Deutschen Nachschubwege über den Brenner auszukundschaften. Sie entdeckten, dass die Deutschen gesprengte Brücken durch mobile Brücken ersetzten, die sie nur in den Nachstunden verwendeten, damit die Züge nach Italien fahren konnten.
John Billings, Fred Mayer und Franz Weber (Bild: ORF)
Das Greenup-Team
Der Krieg wurde dadurch um Monate verkürzt.
26 Züge in einer Nacht explodiert
Diese Information hätten sie weitergeleitet und so sei es gelungen, dass in einer einzigen Nacht 26 Züge explodierten. Diese Aktion habe den Krieg um Monate verkürzt, erfuhr Mayer allerdings erst später.
Straßenschild Herrengase (Bild: ORF) Von Nazis in Gestapo-Zentrale gefoltert
Aber die Nazis schnappen Fred Mayer kurz darauf und folterten ihn in der Innsbrucker Gestapozentrale in der Herrengasse 1. In diesem Gebäude ist heute die Baudirektion des Landes Tirol untergebracht.
Ehemalige Gestapo-Zentrale in Innsbruck (Bild: ORF)
Ehemalige Gestapo-Zentrale in Innbruck
Verkehrt aufgehängt - keine Haut am Rücken
Mayer wurde unter anderem mit dem Kopf nach unten aufgehängt und gefoltert. Sein Glück sei es gewesen, dass es damals sehr kalt gewesen sei. So habe er sich keine Infektion zugezogen, obwohl er keine haut mehr am Rücken gehabt habe, erinnert sich Mayer.

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Jeglicher Widerstand wurde verboten.
Rundfunkansprache des Gauleiters
Doch die Folterknechte ahnten das nahe Kriegsende, sie brachten Fred Mayr zu Gauleiter Hofer. Hofer konnte überzeugt werden, dass es schade um die Stadt Innsbruck sei. Die Truppen seien bereits nahe und könnten die Stadt zerstören. Hofer verbot daraufhin in einer Rundfunkansprache jeglichen Widerstand.

Innsbruck wurde ohne Blutvergießen an die Amerikaner übergeben.
Für Einsatz Tiroler Adlerorden in Gold
Für den mutigen Einsatz erhielt Mayer den Tiroler Adlerorden in Gold - die höchste Auszeichnung des Landes für Nichttiroler erhalten. Diese Ehre sol nun auch dem zweiten noch lebenden Teilnehmer der Aktion Greenup, Hans Wynberg, zuteil werden.
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