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MI | 11.04.2012
Wildbachverbauung (Bild: ORF)
CHRONIK
Österreichs gefährlichster Wildbach gezähmt
In Matrei in Osttirol ist der gefährlichste Wildbach Österreichs gezähmt worden. 27 Mal vermurte der Bretterwandbach die Gemeinde. Das letzte schutztechnische Puzzlestück wurde am Mittwoch präsentiert.
168 Sperren insgesamt
Um den gefährlichsten Wildbach Österreichs in den Griff zu bekommen, wurden insgesamt 168 Sperren von Wildbach- und Lawinenverbauung errichtet. Immerhin bringt eine Mure bis zu 120.000 Kubikmeter Schlamm, Erde und Steine mit sich. Deshalb wurden zuletzt im Bereich der Ledererbrücke neue Schiebetore gebaut, die sich, wenn Gefahr droht, automatisch schließen.
Dieses letzte schutztechnische Puzzlestück wurde am Mittwoch der Öffentlichkeit vorgestellt.
Kosten von über zehn Millionen Euro
Die Verbauungsmaßnahmen der letzten Jahre haben über zehn Millionen Euro verschlungen. Das letzte Mal hat der Bretterwandbach 1972 für Vermurungen, Angst und Schrecken in Matrei gesorgt.
Sicher nach menschlichem Ermessen
Otto Unterweger, der Chef der Wildbachverbauung Osttirol beantwortete die Frage, ob damit für die Zukunft eine hundertprozentige Sicherheit für Matrei bestünde so: "Eine hundertprozentige Sicherheit wird man im Alpenraum nie erreichen. Es ist jedoch so, dass für das Bemessungsereignis, das wir mit einer Wiederkehrswahrscheinlichkeit von ungefähr 150 Jahren annehmen, eine wirkliche Sicherheit ist."
Matrei Ortskern (Bild: Geiserich 77/Lizenz: http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de) Gemeinde liegt auf Schuttkegel
Die Marktgemeinde Matrei liegt auf dem 40-50 Meter hohen Schuttkegel des Bretterwandbaches. Unter dem Schutt liegen zahlreiche Häuser begraben, trotzdem bauten Bauern und Handwerker seit jeher ihre Mühlen an den Rand dieses gefährlichsten Wildbaches Österreichs.
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