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MI | 11.04.2012
geplant
Geteilte Meinung zu Gebetssäule in Telfs
In Telfs sorgt der Plan eines türkisch-islamischen Vereins für Aufregung. Der Verein möchte eine 20 Meter hohe Gebetssäule in Telfs aufstellen. Die Meinung der Bevölkerung dazu ist geteilt.
Info-Veranstaltung
Für manche hat dieses Symbol die gleiche Berechtigung wie ein Kirchturm, andere sammeln Unterschriften dagegen. Am Samstagnachmittag laden die Muslime in Telfs zu einer Informationsveranstaltung. Sie dient dem gegenseitigen Kennenlernen und dem Abbau von Vorurteilen.

Der muslimische Glaube ist in Telfs weiter im  Vormarsch. Mittlerweile bekennen sich knapp 3.000 Telfer dazu. Vorbehalte gegen Muslime werde es immer geben, meint Osman Saltan vom türkischen Islamverein in Telfs. Aber die Vorbehalte müssten abgebaut werden von beiden Seiten, meint er gegenüber ORF Radio Tirol.

Beide Seiten müssten gemeinsam versuchen, Berührungsängste abzubauen und Veranstaltungen zu machen um dort mit den Leuten zu reden, so Saltan.
Problem Sprache
Beim Reden liegt für den katholischen Telfer Dekan Franz Saurer das Hauptproblem, denn es hapere an der Sprachkenntnis. Sprache sei nötig zum kommunizieren. Er wisse, dass viele Kinder in den Kindergärten Deutsch lernen, zu Hause aber nur türkisch sprechen.
Vorzeige-Ort Telfs
Da seien in früheren Jahren durchaus Fehler begangen worden, räumt Osman Saltan ein. Doch seit einigen Jahren würden Deutsch-Kurse verstärkt angeboten und auch angenommen. Dies sei beispielhaft. Außerdem sei Telfs eine Vorzeigestadt, was die Integration betreffe, sagt Saltan. Er sei stolz, hier zu wohnen. Auch Dekan Saurer sagt, dass die Telfer Bevölkerung weitgehend tolerant sei.

Selbst die geplante 20 Meter hohe Gebetssäule in Telfs störte nicht sonderlich, wie eine ORF-Radio-Tirol-Umfrage zeigte. Nur eine Bitte haben die Telfer: Der Muezzin möge nicht jeden Tag schon am Morgen "Allah" rufen.
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