Tirol ORF.at
MI | 11.04.2012
Bild: ORF
demonstration
Riesenärger um Unterländer Mülldeponie
Anrainern der Unterländer Mülldeponie Riederberg im Ortsteil Wörgl-Boden stinkt es sprichwörtlich. Nach wie vor würde tonnenweise Müll aus anderen Bundesländern herangekarrt. Dutzende Anrainer werden direkt bei der Mülldeponie demonstrieren.
Private Deponie für 22 Gemeinden.
Strafverfahren
Die Deponie Riederberg kommt nicht aus den Schlagzeilen. Sie ist die einzige private Deponie in Tirol. 22 Gemeinden aus den Bezirken Kitzbühel und Kufstein liefern ihren Abfall dorthin. Vor einem Monat hat das Land ein Strafverfahren gegen die Betreiber eingeleitet, weil vermutet wird, dass Müll illegal aus Salzburg herangekarrt wird.
Genaue Überprüfung gefordert
Diese Fahrten sollen genauestens vom Land überprüft werden, fordert die Sprecherin der Grünen des Bezirkes Kufstein, Elisabeth Lederwasch. Ein weiterer Aufreger sei der ekelerregende Gestank, der angeblich von der Deponie ausgehen soll. Der Rest der Deponie könnte rasch mit unbelastetem Bauschutt befüllt werden so ein Vorschlag.
Aus Oberösterreich und der Steiermark.
Mülltransport von Land zu Land verboten
Laut Landesgesetz ist aber ein Mülltransport von Bundesland zu Bundesland verboten. Die Wörgler Grünen haben kürzlich an einem Tag eine Lkw-Zählung durchgeführt und dabei festgestellt, dass etwa ein Drittel der Müllfahrten aus anderen Bundesländern stammt, so auch aus Oberösterreich und der Steiermark.

Der Obmann des Abfallwirtschaftsverbandes Kitzbühel, der Oberndorfer Bürgermeister Johann Schweigkofler, sieht darin allerdings ein großes Problem. Wo sollen die Gemeinden dann ihren Müll hinbringen? In Riederberg sei viel öffentliches Geld geflossen, es könne nicht sein dass die Unterländer Gemeinden 2006 vielleicht ohne Deponie dastehen.
Härter bestrafen
Nicht Zuschütten sondern, wenn, den Mülltourismus viel härter bestrafen, fordert Schweigkofler. "Wir erfüllen alle Auflagen" so die knappe Stellungnahme von der Geschäftsführerin der Deponie Riederberg Anna-Maria Widmann. Ansonsten heißt es: kein Kommentar. Auch nicht zum angeblichen Mülltourismus aus den anderen Bundesländern.
Protest
Dem für Freitag angesetzten Anrainerprotest direkt bei der Deponie sieht Widmann gelassen entgegen.
Gschwentner: Problem seit dem Hochwasser
In der Sendung "ORF Tirol heute" bestätigte Landesrat Hannes Gschwentner (SPÖ) am Freitag, dass es schon 1998 Probleme mit dem Geruch gegeben habe. Man habe diese Problem aber danach mit Hilfe von Mikroorganismen in den Griff bekommen.

Neuerlich akut sei das Problem, so Gschwentner, nach der Hochwasserkatastrophe geworden. Nach dem Hochwasser sei viel Müll von Wörgl auf die Deponie verbracht worden. Außerdem bestehe der Verdacht, dass unbehandelter Müll aus anderen Bundesländern nach Riederberg verbracht werde, was illegal sei.

Laut Gschwentner sei von der BH Kufstein bereits ein Strafverfahren eingeleitet worden und man habe auch mit der Salzburger Landesregierung Kontakt aufgenommen, damit auch gegen die Verbringer Strafverfahren eingeleitet würden.
Ganz Österreich
Tirol News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News