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MI | 11.04.2012
LHStv Ferdinand Eberle (Bild: ORF)
landesregierung
Rücktritte: Ferdinand Eberle und Christa Gangl
Knalleffekt in der Landespolitik: Zwei langjährige Regierungsmitglieder treten zurück - Landeshauptmann-Stellvertreter Ferdinand Eberle (ÖVP) und Soziallandesrätin Christa Gangl (SPÖ). Eberle wird sich ganz aus der Politik zurückziehen.
"Werde meine Tätigkeit beeden"
Eberle hatte diese Woche sein 13. Budget als Finanzreferent vorgelegt. Der gelernte Landwirt war seit 1989 in der Regierung und für Finanzen, Wirtschaft und Energiepolitik zuständig.

"Ich trete zurück, werde meine Tätigkeit als Finanzreferent und LHStv. nicht mehr ausüben", sagte Eberle am Freitagvormittag gegenüber ORF Radio Tirol.
Nachfolger finden
Eberle wird am Nachmittag mit Landeshauptmann Herwig van Staa (ÖVP) die weitere Vorgangsweise besprechen.

"Der Landeshauptmann muss einen Nachfolger, eine Nachfolgerin vorschlagen und wählen lassen in den nächsten Tagen und Wochen. Die Entscheidung, meine Tätigkeit zu beenden, ist definitiv", so Eberle.
Eberles Politik
Etwas über ein Jahr lang war Eberle auch ÖVP-Landesparteichef und galt als möglicher Nachfolger des damaligen Landeshauptmanns Weingartner. Nach heftigen Auseinandersetzungen um die Zukunft der Hypo-Landesbank Tirol warf er aber das Handtuch.

Letztlich wurde van Staa zunächst Parteichef und setzte sich damit gegen den heutigen Verteidigungsminister Günther Platter (ÖVP) durch. Später wurde Van Staa Landeshauptmann.
Bild: APA (eberle_ferdinand)
Eberle wurde am 10.6.1949 geboren, wohnt in Heiterwang im Außerfern, ist verheiratet, Vater von drei Kindern.
Politische Laufbahn
Von 1974 bis 1989 Bürgermeister von Heiterwang, ÖVP-Abgeordneter zum Tiroler Landtag, von 1989 bis 1994 Landesrat, seit 1994 LHStv.
Die Gründe
Zu den Gründen für seinen Rücktritt sagt Eberle, er sei das am längsten dienende Regierungsmitglied Tirols. Im Vergleich mit anderen Landesfinanzreferenten sei er ebenfalls am längsten tätig.

"Jede Zeit geht zu Ende. Ich habe mir einige Dinge vorgenommen, die ich erledigen wollte. Ich denke, dass es notwendig ist, während der Periode Weichenstellungen vorzunehmen, die es dem Landeshauptmann ermöglichen, für die nächste Zeit ein neues Team zu formen."
Politisches Geschäft
Eberle sagte weiters, er habe keinen Grund, verärgert zu sein. Sein letztes Budget sei in keinem einzigen Euro abgeändert worden. Er habe ein hervorragendes Verhältnis zu van Staa und den Regierungskollegen. Kritik an seiner Person gehöre zum politischen Geschäft, das wäre kein Grund zurückzutreten.

"Ich habe meine Aufgabe erfüllt und will nicht zu denen gehören, die hinausgetragen werden müssen. Man muss die Veränderungsprozesse selber einleiten. Ich habe diese Entscheidung nach eingehender Überlegung getroffen und gehe ohne Verbitterung."
"Ganz was anderes tun"
Eberle will nach Beendigung seiner politischen Tätigkeit ein, zwei Monate wenig tun, zu Hause bleiben und dann etwas ganz anderes tun. "Ich werde sicher nicht mein Abgeordneten-Mandat annehmen, sondern ganz aus der Politik ausscheiden."
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